Christian Faulhammer

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Anleitung: Wie nutze ich Mambo/Joomla! auf dem RWTH-Webspace? –Version 1.2–

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Da es einige Stolperfallen bei der Einrichtung des Inhalts-Verwaltungssystems Mambo bzw. Joomla! auf dem RWTH-Webspace in Verbindung mit der zugehörigen MySQL-Datenbank gibt, habe ich mich entschieden, eine kurze Anleitung zu schreiben. Kommentare (vor allem konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge usw.) sind erwünscht.

 

Einleitung

Joomla! ist ein einfach zu bedienendes Inhaltsverwaltungssystem, mit dem man sich schnell eine ansprechende Homepage zusammenstellen kann. Der größte Vorteil ist aber die einfache Pflege, da neue Inhalte über Formulare und Menüs hinzugefügt und verwaltet werden. Zudem braucht man sich nicht besonders viel mit HTML beschäftigen, auch wenn einige Grundlagen sicherlich nicht verkehrt sind, die man sich mit Hilfe von SelfHTML schnell aneignen kann.
Mambo ist die Ur-Version, von der sich im Jahr 2005 Joomla! auf Grund von Streitigkeiten über das Lizenzmodell abgespalten hat. Letzteres ist vollständig frei und hat keinen kommerziellen Hintergrund im Gegensatz zu Mambo, das prinzipiell aber ebenfalls frei und kostenlos verwendet werden kann. Auf Grund seiner simplen Bedienung und vieler vorhandener Erweiterungen ist Joomla! äußerst populär und hat sich nach Typo3 als großes System etabliert.

Alternativen

Wer die Installation eines großen Systems scheut und nur ein paar Kleinigkeiten anbieten will, kann auch Anwendungen wie redaxo oder CMSimple einsetzen.

Voraussetzungen zur Nutzung

Als erstes brauchen wir Speicherplatz auf einem Webserver, den die RWTH freundlicherweise jedem Studenten zur Verfügung stellt. Momentan sind es ca. 50 MB, die per WebDAV bestückt werden können. Studenten, die sich im Wintersemester 2003/2004 oder später eingeschrieben haben, sollten einen Brief mit einer Freischaltkennung erhalten haben. Damit kriegt man ein RWTH-Postfach und noch weitere Zugänge zu digitalen Diensten (MoPS etc.). Alle anderen müssen einen Antrag stellen und bekommen dann Zugriff auf die Nutzerverwaltung, die das Freischalten des Webspace erlaubt. Die Details können auf den Seiten des Rechenzentrums nachgelesen werden.
Joomla! wurde in der Skript-Sprache PHP geschrieben, davon bekommt man als normaler Benutzer aber nicht viel mit. Daten werden in einer MySQL-Datenbank gespeichert. Bei einem normalen Hoster – Strato, 1&1, HostEurope etc. – kosten diese Bestandteile bis zu zehn Euro im Monat (mit mehr Speicherplatz), die RWTH bietet PHP standardmässig und MySQL auf Antrag.

Installation

Die Installation besteht im Grunde nur aus dem Herunterladen des Paketes, entpacken, Inhalt auf den Webpsace übertragen und das Aufrufen des Verzeichnisses, in dem man Joomla! abgelegt hat. Detaillierte Infos zur Installation bietet eine Anleitung von Nikola Petrovic, die auch ein paar Grundzüge des Systems erklärt. Prinzipiell ist es empfehlenswert, regelmässig nach neuen Versionen zu schauen (das Lesen des RSS-Feed der Joomla!-Homepage ist ein einfacher Weg), da solche komplexen PHP-Projekte häufig Sicherheitslücken bieten. Fehler in PHP und MySQL selber müssen die Betreuer am Rechenzentrum beheben, bisher sind sie aber noch nicht negativ aufgefallen.

Aufbohren der Funktionalität

Problematisch für die Nutzung ist die sehr konservative (dafür deutlich sicherere) Konfiguration des Systems der RWTH. Joomla! ist nicht in der Lage selber Verzeichnisse anzulegen, weswegen die Installation von Komponenten (sie erweitern die Funktionalität erheblich) und Templates (legen das Aussehen der Oberfläche fest) immer fehlschlägt. Mambots (führen Textersetzungen in Inhalten durch) und Module (etwas einfacher gestrickt als Komponenten) werden dagegen einfach in vorhandenen Verzeichnissen abgelegt und machen daher keine Probleme. Die Fehlermeldung beim Versuch eine Komponente zu installieren, seht ihr im Screenshot.

Templates

Es gibt zwei verschiedene Arten von Templates:

  • Administratortemplates,
  • Benutzertemplates.
Erstere verändern das Aussehen der Administrationsoberfläche, letztere das Aussehen der eigentlichen Homepage. Der Menüpunkt »Installers« (siehe Bildschirmfoto) bietet eine Oberfläche zum Hinzufügen aller Erweiterungen, aber wie schon erwähnt, ist bei Templates und Komponenten ein wenig Handarbeit angesagt.

 

Im Netz gibt es Hunderte von frei verfügbaren (und wesentlich mehr gegen Geld) Templates, die momentan noch problemlos sowohl bei Mambo als auch bei Joomla! genutzt werden können. Wenn wir uns den Inhalt eines als Zip-Datei gelieferten Templates einmal anschauen (siehe Bild unten), erkennen wir, dass ein paar Dateien, die das Gerüst zur Verfügung stellen und Unterverzeichnisse mit Bildern (images) und Design-Informationen (css) vorliegen. Diese zwei Verzeichnisnamen (oder andere, meist aber diese) müssen nun auf dem RWTH-Webspace angelegt werden, und zwar unterhalb von

 

Joomla-Wurzel/templates/Templatename/
bzw.
Joomla-Wurzel/administrator/templates/Templatename/

Der Installer kann dann ohne Probleme die Dateien dorthin kopieren und das Template im Administrationsbereich eintragen, so dass es bequem nutzbar ist.

Komponenten

Komponenten, Mambots und Module gibt es viele, eine nette Übersicht bieten die zwei Entwicklerseiten Mamboforge und Joomla! Forge. Der Vorgang ist prinzipiell ähnlich zu dem der Templates, nur dass ein einfaches Anlegen nicht reicht. Zuerst müssen wir sie überhaupt erstellen, die Informationen dazu bekommen wir aus einer Datei, die im Zip-Archiv liegt, auf .xml endet und den Namen der Komponente trägt. Die Einträge sehen ungefähr so aus

  zoom  ...    ...  zoom.php  classes/comment.class.php  ...  admin/admin.php  ...  language/dutch.php  ...      images/comment.gif  ...      ...    admin.zoom.php        
Eigentlich steht in der Datei noch mehr, die Auslassungspunkte erleichtern die Übersicht. Die relevanten Tags sind »filename« und ihre Umgebung. Gemäß Unix-Konvention, die jeder aus dem Internet kennen sollte, werden Verzeichnisse mit einem »Slash« und nicht mit dem unter Windows üblichen »Backslash« abgetrennt, d.h. die Datei comment.class.php liegt im Unterverzeichnis classes. Dieses muss nun angelegt werden, unterhalb von

 

 

Joomla-Wurzel/components/Komponentenename/
bzw.
Joomla-Wurzel/administrator/components/Komponentename/

Es ist darauf zu achten, dass der Komponentenname immer mit »com_« beginnt! So wird mit allen Verzeichnissen verfahren, die Angaben die von den »administration«-Tags eingeschlossen sind, müssen natürlich im administrator-Verzeichnisbaum angelegt werden.
Bei erneuter Benutzung des Installers, überprüft Joomla! die Verzeichnisse und verweigert die Installation mit einer neuen Fehlermeldung, die unten zu sehen ist. Um erfolgreich abschließen zu können, muss

Joomla-Wurzel/administrator/components/com_intaller/component/component.class.php

editiert werden. Einfach herunterladen, die Zeilen

if (file_exists($this->elementDir())) {  	$this->setError( 1, 'Another component is already using directory: "' . $this->elementDir() . '"' );  	return false;  }  
mit Hilfe von »//« jeweils am Zeilenanfang auskommentieren, wieder hochladen und der Installer wird arbeiten können.

 

Doch auch trotz dieser Hilfe kann es manchmal Probleme mit Komponenten geben, die durch die restriktiven Server-Einstellungen entstehen. Zudem arbeitet nicht jede (aber viele) Mambo-Komponente mit Joomla! zusammen. Ein weiterer Grund für ein Scheitern kann die maximale Ausführungszeit, die einem PHP-Skript zugewiesen wird, sein, vor allem bei komplexen Komponenten.

Nützliche Tipps

Hier noch einige Hinweise, die euch (im Gegensatz zu mir) ein paar graue Haare ersparen können.

DocMan

DocMan ist eine Verwaltungskomponente für eine Downloadsektion. Vergesst nicht, dass Upload-Verzeichnis (im Konfigurationsdialog einsehbar) anzulegen, sonst hagelt es Fehlermeldungen.

Frontpage-Konfiguration

Wenn ihr Änderungen an der Aufteilung der Titelseite (Menüs usw. mal ausgenommen) vornehmen wollt, dann geht das über den Menüpunkt Menu→mainmenu→com_frontpage.

Literatur:

Erste Schritte mit Joomla! von Nikola Petrovic
Benutzerverwaltung der RWTH
Anstragsformular für MySQL
Hinweise zur MySQL-Benutzung
SelfHTML
Mamboforge
Joomla! Forge

Version 1.2

Versionsgeschichte

Version 1.0 14.11.2005    erste öffentliche Version    Version 1.1 17.11.2005    Erläuterung zu DocMan    Tippfehler    ein paar sprachliche Holprigkeiten korrigiert    Dateiname von comment.class.php korrigiert    Hinweis auf maximale Ausführungszeit von PHP-Skripten    Version 1.2 28.11.2005    Kleinere Systeme aufgenommen    Stil an einigen Stellen verbessert    Menüpunkt für Frontpage-Komponente korrigiert    Namen der Autorin der Joomla!-Installationsanleitung       eingefügt  

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